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Der Derby-Matchwinner gibt sich bescheiden


Mit einem Tore-Viererpack hat Srdjan Savic maßgeblichen Anteil am 6:2-Kantersieg seiner Bonlandener in Echterdingen. Die deftige Heimpleite hat bei den Gastgebern dagegen einen regelrechten Schock ausgelöst – und das kurz vor dem Krautfeststart.

Ein Interview? Ach nein, dass muss doch nicht sein, gab sich Srdjan Savic nach dem Schlusspfiff bescheiden, nachdem er am Donnerstagabend mit seinem Tore-Viererpack im Derby der Fußball-Landesliga zwischen dem TV Echterdingen und dem SV Bonlanden die wichtigsten Antworten eigentlich ohnehin schon zuvor auf dem Rasen gegeben hatte. Der Endstand aus Sicht der zuletzt sichtlich traumatisierten und geschockten Gastgeber in Gelb und Schwarz: ein krachendes 2:6 – und das direkt vor dem Krautfeststart in der Großen Kreisstadt, weshalb die Partie ja vorverlegt worden war. Nur so viel dann doch von Savic, dem Mann des Abends in den Goldäckern: „Ich freue mich über unseren Erfolg und meine Tore. Wichtig ist aber alleine, dass wir die drei Punkte geholt haben“, gab der 34-jährige Ex-Profi mit einem Lächeln zu Protokoll und entschwand danach flugs wieder zu seinen Mannschaftskollegen, die gemeinsam mit ihren zahlreichen Fans unter den 400 Zuschauern lautstark skandierten: „Derbysieger, Derbysieger – hey, hey!“
Keine Frage: Es gab für den Matchwinner, der nach seinen vorherigen Stationen in Steinenbronn und Schönaich seit seinem Wechsel in diesem Sommer in Bonlanden das Trikot mit der Rückennummer acht trägt, einiges zu feiern. Zum Beispiel eine Premiere: dem Bosnier, der es in seiner Heimat auf knapp 230 Profi-Einsätzen brachte und einst auch schon Champions-League-Qualifikation spielte, waren nach eigenen Worten erstmals in seiner Karriere überhaupt vier Tore in einem Spiel gelungen. Und ebenso den fraglos verdienten Sieg im prestigeträchtigen Nachbarschaftsduell, nachdem vor allem jener Schachzug seines Trainers Klaus Kämmerer – den eigentlich für die Defensive geholten Savic nach dem krankheitsbedingten und kurzfristigen Ausfall von Nico Presthofer ins Sturmzentrum zu beordern – mehr als aufgegangen war. „Die Grundlagen für diese Entscheidung sind in den jüngsten Trainingseinheiten gefallen. Srdjan ist unglaublich ballsicher, hat einen guten Abschluss und ebenso ein klasse Kopfballspiel“, sagte Kämmerer. In der Tat: seine ersten beiden Saisontore erzielte der Hochgelobte mit dem rechten Fuß, die anderen beiden später jeweils per Kopf. Zudem hatten Steffen Schmidt und Markus Großhans für die Gäste an diesem denkwürdigen Abend eingenetzt, an welchem es vor Ort auch noch ein Geburtstagskind zu feiern gab: Der Abwehrmann Sascha Häcker wurde 30 Lenze alt.
Demgegenüber war aus dem Plan von Kämmerers Amtskollegen Christopher Eisenhardt, nach dem 2:3-Pausenrückstand mit der Einwechslung von gleich drei offensiven Kräften die Partie vielleicht noch zu drehen, ein Fall für die Abfalltonne geworden. Im ersten Durchgang hatten die Echterdinger einen zwar fehlerbehafteten, aber insgesamt ordentlichen Auftritt gezeigt und waren nach dem frühen 1:0 von Philipp Widmayer, der in der Schlussphase Gelb-Rot sah, noch zum 2:2-Ausgleich durch Alper Arslan gekommen. Nach dem Seitenwechsel jedoch hatte der Aufsteiger aus Bonlanden das Kommando übernommen und seinen zusehends abbauenden Kontrahenten nach allen Regeln der Kunst auseinandergenommen – sodass Eisenhardt hinterher mit finsterer Miene meinte: „Ich muss mich bei allen Fans und unseren Sponsoren für diesen Auftritt entschuldigen. Da gibt es heute nichts zu beschönigen. Im Prinzip hätte ich zur Halbzeit alle elf Mann auswechseln können.“
Während Kämmerer und Co. durch den Erfolg fürs Erste auf den sechsten Tabellenplatz geklettert sind, sind die Echterdinger auf Rang elf abgerutscht. Nun haben die Gelb-Schwarzen zumindest drei Tage Gelegenheit, ihre Köpfe beim Dienst am Verkaufstand auf dem Krautfest freizubekommen. Denn danach will Eisenhardt die Zügel anziehen: Der Coach hat noch am späten Donnerstagabend angekündigt, das Trainingspensum in der kommenden Woche von drei auf vier Einheiten zu erhöhen.
TV Echterdingen: Haug – Plattenhardt, Stehle, Heim, Hertel – Lechleitner (46. Pfeifer Koelln), Köse (46. Douty), Aycil (46. Schaller), Widmayer – Tokic (79. Dobler), Arslan.
SV Bonlanden: Wiedmann – Liebenstein , Ried, Häcker, Großhans – Pehlivan (83. Zirfass), Ringger, Schmidt (79. Schilling), Pottmeyer (83. Günther) – Savic (83. Weinmann), Yilmaz.
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