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Die Auferstehung der Leidgeplagten?


Nach zwei nervenstrapazierenden Spieljahren soll es bei den Gelb-Schwarzen nun wieder aufwärts gehen. Die Hoffnungen ruhen vor allem auf drei der 14 Zugänge – und einem Youngster für die bisherige Problemposition.
Als Trainerfrau hat man es nicht leicht. Simone, die bessere Hälfte von Christopher Eisenhardt, könnte wohl ein Lied davon singen. Nicht nur, dass sich während der Saison im Hause Eisenhardt alles um ein Thema dreht: den Fußball. Heuer musste nun streckenweise auch noch der Familienurlaub dran glauben.
Österreich. See, Wald, Bauernhof. Im Prinzip war alles prima. Doch was machte der „Göttergatte“? Hing jeden Abend, kaum dass die Kinder im Bett waren, stundenlang am Smartphone. Erneut der Fußball.
Aber besondere Situationen erfordern eben besondere Maßnahmen. Bis in den Juli hinein zog sich diesmal die Kaderplanung des TV Echterdingen, und da konnte Eisenhardt sich als Strippenzieher natürlich nicht ausklinken. Das Ergebnis ist mittlerweile auf dem Papier und auch dem Rasen zu begutachten: Mit 14 Zugängen geht der Filderclub in die neue Runde. Es sind 14 Namen, die in den Goldäckern für eine große Hoffnung stehen – jene, dass endlich wieder alles besser wird.
Sie haben in den beiden vergangenen Jahren schwer gelitten, die Gelb-Schwarzen und deren Anhang. Von „strapazierten Nerven“ spricht der Abteilungsleiter Phillip Wunsch, nachdem zweimal erst auf den letzten Drücker und nur unter glücklichen Umständen der sportliche GAU vermieden wurde. Die Echterdinger, dieser ganz andere Ansprüche gewohnte Verein, Absteiger in die Bezirksliga? Viel hat jeweils nicht gefehlt. Und aus dieser Vorgeschichte erklärt sich, weshalb es auch jetzt ganz anders gekommen ist als ursprünglich geplant.
Nach dem Großumbruch im Kader von vor erst einem Jahr hatten die Verantwortlichen eigentlich Ruhe und Kontinuität einkehren lassen wollen. Tatsächlich ist gleich der nächste radikale Schnitt erfolgt. „Es war letztlich nötig“, sagt Eisenhardt. „Man hat gesehen, dass es mit dem einen oder anderen einfach nicht ganz passt.“ Entstanden ist schließlich ein regelrechter Sog des Gehens – nebst Spielern, bei denen die Ampeln eh auf Trennung standen, verabschiedeten sich auch solche, in denen Eisenhardt „schmerzliche Verluste“ sieht. Zumindest einen Philipp Widmayer, Onur Aycil und Nils Schaller hätte er gern gehalten.
Im Gegenzug lautete die primäre Vorgabe: Steigerung der Qualität. Dies sollte vor allem mit drei Spielern gelungen sein. Niko Zalac in der Innenverteidigung, Vincenzo Parrinello auf der Zehnerposition und Tahir Bahadir im Angriff bringen jeweils höherklassige Erfahrung ein. Alle drei schlüpften einst für den Ortsnachbarn Calcio ins Trikot. Und allen drei traut Eisenhardt eine Schlüsselrolle zu, derweil Wunsch diesem Trio ein „enormes Leistungsniveau“ attestiert. Insbesondere Bahadirs Verpflichtung ließ aufhorchen, stand der 22-Jährige, der in Waldenbuch wohnt, doch auch bei mehreren anderen Vereinen auf dem Zettel.
Zudem haben die Echterdinger für ihre Problemzone schlechthin gehandelt. Stichwort Torhüterposition. Wie viele Punkte die dortige Pleiten-Pech-und-Pannen-Serie des vorigen Spieljahrs kostete? „Einige“, sagt Eisenhardt knapp – und baut nun auf einen Youngster: Der vormalige Pirmasenser Daniel Kamphues (20) ist die neue Nummer eins, dies mehr oder weniger kampflos, weil der Mitbewerber Josef Weizel mit einem gebrochenen Finger weite Teile der Vorbereitung verpasst hat. Er und der Verteidiger Raffael Rizzo (Kreuzbandriss) sind die aktuellen Pechvögel. Was indes Kamphues betrifft, hat Eisenhardt schon mal eine Botschaft an die Fans: „Freut euch auf ihn.“
Inwieweit das auch für die Mannschaft insgesamt gelten darf, muss sich von Sonntag (15 Uhr) an zeigen, mit der Auftaktbegegnung beim TSV Buch. Die Vorzeichen, so viel ist sicher, sind gut. Ihre fünf Testspiele haben Eisenhardts Kicker ausnahmslos gewonnen, mitunter nach spektakulären Auftritten wie etwa beim 6:2 gegen die Ligakollegen aus Pflugfelden. In der Summe erzielte jenes Team, dem gerade das Toreschießen bislang zäh wie Kaugummi gefallen war, satte 25 Treffer. Angedeutet hat sich, dass die Rechnung diesmal anders aufgehen könnte: eben mehr individuelles Potenzial, mehr Spieler mit Führungsqualität – „wenn wir jetzt das hinzu bringen, was uns zuvor schon ausgezeichnet hat, das Kollektiv, den Kampfgeist, dann wird es schwer, uns zu schlagen“, schätzt Eisenhardt. Seine Prognose: „Dann könnte es eine gute Saison werden.“
Die Frage ist: wie gut? Nur so gut, dass es für das Mindestziel reicht? Diesmal, drei Stoßgebete dafür gen Himmel, kein Zitterjahr, sondern eines im sicheren Tabellenbereich? Oder für mehr?
Wovon er insgeheim träumt, daraus macht Eisenhardt keinen Hehl. „Wir sollten auf dem Boden bleiben“, sagt der Coach zwar, „aber bisher war es immer so, dass es außer den Favoriten auch ein, zwei Überraschungsmannschaften gegeben hat – schön wäre es, wenn wir eine davon wären.“
Dagegen hätte sicher auch seine Frau Simone nichts. Wie sagt Eisenhardt? „Für sie sind die Dinge immer in Ordnung, wenn ich damit glücklich bin.“ Einen schief hängenden Haussegen musste er folglich auch im österreichischen Ferienidyll nicht befürchten.
 
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