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Abstiegsangst essen Echterdinger Seele auf


Der Filder-Landesligist verspielt in Sontheim einen Zwei-Tore-Vorsprung und rutscht auf den Relegationsplatz ab. Auch aus einer Hilfe abseits des Rasens wird wohl nichts.
Die einen wollten gar nicht mehr aufstehen, so wie David Hertel. Der Routinier lag flach wie eine Flunder auf dem Rasen, alle Viere von sich gestreckt. Die anderen entschieden sich für die Flucht. Kabine, Dusche, Bus. So schnell wie möglich weg vom Ort des Geschehens. Und nichts wie weg auch nach einem Spiel, das als schicksalsträchtiger Meilenstein in die Annalen der Landesliga-Fußballer des TV Echterdingen eingehen wird?
Fakt ist: mit einer 2:5-Schlappe beim FV Sontheim/Brenz haben die Gelb-Schwarzen am Samstag schlagartig alle Trümpfe aus der Hand gegeben. Vertan damit die Chance, sich aus eigener Kraft den direkten Klassenverbleib zu sichern. In der Tabelle ist die Mannschaft einen Spieltag vor Rundenende auf den Relegationsplatz abgerutscht. Einiges spricht dafür, dass das Spieljahr für Hertel und dessen Teamkollegen nun in die Verlängerung geht: Relegation am 23. Juni. Ein Endspiel gegen den Abstieg. So oder so haben die Echterdinger das, was sie unter allen Umständen hatten vermeiden wollen: ein erneutes Zittern bis zum Schluss, das nebenbei die Personalplanungen für die nächste Saison erschwert.
„Im Fußball ist viel möglich. Aber klar: die Tendenz geht jetzt eindeutig in Richtung Relegation“, sagte ein Trainer Christopher Eisenhardt, dem nach dem Abpfiff die Erschütterung ins Gesicht geschrieben stand. Um sich doch noch am nächsten Samstag zu retten, müssten zwei Komponenten zusammenkommen: zum einen ein Echterdinger Heimsieg gegen den Tabellenvorletzten TSV Blaustein, zum anderen eine Niederlage des Fernrivalen TSV Bad Boll in Ebersbach – bei einem Gegner, der schon seit Wochen nurmehr in Richtung Sommerpause trudelt.
Die eh nur vage Hoffnung auf eine Hilfe abseits des Spielfelds muss der Filderclub sich derweil wohl abschminken: Ein Rückzug des Bezirksnachbarn NAFI Stuttgart, wovon Eisenhardt und Co. im Tabellenkeller profitieren könnten? Dieses in der Gerüchteküche aufgebrodelte Thema scheint vom Tisch. Die krisengeschüttelten Wahl-Zuffenhausener befinden sich mittlerweile in Kooperationsgesprächen mit dem Neckar/Fils-Kreisligisten FC Esslingen. Jener könnte bei einer Fusion der beiden Clubs den Startplatz übernehmen.
Unabhängig davon spricht Eisenhardt von einer „ganz bitteren Pille“ fürs eigene Team. Erst recht, da dieses sich in seiner so wichtigen aktuellen Partie bereits auf dem besten Weg befand, ehe alles ganz anders kam. Nach 40 Spielminuten führten die Echterdinger mit 2:0. Mit zwei gelungenen Co-Produktionen ihres Sturmgespanns wähnten sie sich vorentscheidend auf Kurs. Zweimal schickte Friedrich Pfeifer Koelln seinen Angriffspartner Aris Charalampidis steil. Erst war dieser von seinem Gegenspieler Timo Gauß nur noch durch ein Foul zu stoppen – Hertel verwandelte den fälligen Elfmeter. Dann chippte der Youngster Charalampidis den Ball selbst ins Netz.
Zwei Tore Vorsprung also – dies bei sommerlichen Temperaturen und gegen einen Kontrahenten, für den es selbst um nichts mehr ging. Unter den mitgereisten Echterdinger Zuschauern war das Hurra groß: Was sollte da noch passieren? Doch hat der weitere Spielverlauf dann in erschreckender Form gezeigt, wie fragil die eigene Mannschaft eben immer noch ist. Gereicht haben schließlich zwei erste Gegenschläge, um das zuletzt mühsam neu erworbene Selbstvertrauen wegzupusten. Als Schlüsselmoment sah Eisenhardt das Sontheimer Anschlusstor noch vor der Pause. Daniel Gentner zirkelte einen Freistoß gekonnt ins Echterdinger Netz – einen, den es bittererweise für die Gäste eigentlich gar nicht gegeben hätte. Ja, hätte der Schiedsrichter in der Szene zuvor nicht nachgefragt. Hatte der Keeper Valentin Haug den Ball noch berührt? Der Echterdinger Kapitän antwortete ehrlich mit „Ja“. Es folgten eine Ecke, ein Foul von Aron Zogaj, und dann schlug die Kugel neben Haug in den Maschen ein.
„Warum entscheidet der Schiri da nicht einfach selbst und muss unseren Spieler fragen?“, schimpfte Eisenhardt, für dessen Kicker darauf die zweite Hälfte zu „einer einzigen Katastrophe“ geriet. Zweimal der eingewechselte Philipp Schmid, nochmals Gentner sowie Jorgo Kentiridis schossen die Gelb-Schwarzen regelrecht ab – eine Echterdinger Elf, die der Situation mental offenkundig nicht mehr gewachsen war. Es war ein kollektiver innerlicher Zusammenbruch. Kopf lähmt Beine. Abstiegsangst essen Seele auf.
Und in Anbetracht dessen könnte einem nun erst richtig mulmig werden beim Filderclub. Wie das mit dem Nervenkostüm erst in einem Relegationsfinale werden würde?
FV Sontheim/Brenz: Manuel Renner – Gauß, Färber (73. Kastler), Leoff, Hörger – Gentner – Kentiridis (82. Böhm), Mack, Ertle – Haas (46. Schmid), Christoph Renner (83. Ritz).
TV Echterdingen: Haug – Plattenhardt (71. Köse), Ivan, Stehle (59. Schaller), Hertel – Heim, Zugac (59. Knoll), Garcia-Franco, Zogaj – Charalampidis, Pfeifer Koelln.
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