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Das große Vorbild heißt Ottmar Hitzfeld


filderzeitung logoChristopher Eisenhardt ist beim Landesligisten TV Echterdingen seit drei Wochen als Trainer im Amt. Mit dem Kicken begann er einst erst in der C-Jugend, nachdem er es zuvor in einer anderen Sportart bis zu deutschen Meisterschaften geschafft hatte.
Christopher Eisenhardt
Christopher Eisenhardt

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Es waren seine sachliche und ruhige Art sowie der stets menschliche Umgang mit den Spielern, die den Fußball-Erfolgstrainer Ottmar Hitzfeld unter anderem ausgezeichnet haben. Tugenden, die sich auch Christopher Eisenhardt, der neue Coach der Landesliga-Fußballer des TV Echterdingen, zu eigen gemacht hat. Schon immer sei Hitzfeld, der erst mit Borussia Dortmund und später mit Bayern München die Champions-League gewonnen hat, sein großes Vorbild auf der Trainerbank gewesen – bereits als er noch selbst gegen den Ball trat. Bis heute hat sich daran nichts geändert. Das ehrliche und intensives Miteinander, das er bei Hitzfeld ausgemacht hat, lebt Christopher Eisenhardt heute selbst vor und verlangt es auch von seinen Spielern. „So ticke ich“, sagt der 34-Jährige, der gerade die Trainer-B-Lizenz macht und mit seinem neuen Ensemble am morgigen Samstag bereits die zwölfte Trainingseinheit seit dem Vorbereitungsstart vor drei Wochen im Terminkalender stehen hat.
Dass den Nachfolger des Interimsduos Martin Kittelberger/Marc Elsäßer in den Goldäckern keine leichte Aufgabe erwartet, ist spätestens nach dem im letzten Spiel der vorigen Saison gerade noch so geschafften Klassenverbleib und dem seither erfolgten großen personellen Umbruch im Kader klar. Eisenhardt nimmt es sportlich. Mit der jungen Mannschaft könne er seine Philosophie von Fußballspielen – Ball lange halten, bei Verlust schnell zurückerobern und dann zügig aufs gegnerische Tor spielen – zwar nicht von heute auf morgen umsetzen, „aber Schritt für Schritt werden wir uns annähern“, sagt er.
Dass gestandene Spieler den Verein verlassen, ja, das hatte er sich gedacht – dass es am Ende aber so viele sein würden, nicht geglaubt. Gewillt, den Weg mitzugehen, den die Vereinsverantwortlichen nun eingeschlagen haben, sei er allemal. Genug Erfahrungen auf und neben dem Platz hat der Vater einer vierjährigen Tochter und eines zweijährigen Sohnes gesammelt, um mit dem TV Echterdingen bestehen zu können. Dabei war Christopher Eisenhardt als Bub zunächst von ganz anderen Sportarten begeistert gewesen. Beim TSV Bernhausen schaffte er es als Judoka bis zum braunen Gürtel und kämpfte auch um nationale Ehren. Und für die Schwimmer der SSG Filder/Neckar/Teck sprang er bei Wettkämpfen ins Wasser. Weil die meisten Kumpels aber kickten und er auch den Mannschaftssport liebte, begann er in der C-Jugend des TSV Bernhausen mit Fußball. „Ich wollte Judo parallel weiter machen, habe aber schnell gemerkt, dass ich nicht mehr genug Zeit zum Training habe, um erfolgreich zu sein“, sagt Christopher Eisenhardt.
Dafür ging es im Fußball steil bergauf. Nach eineinhalb Jahren klopften bereits die Stuttgarter Kickers an, bei denen er noch als B-Jugendlicher bei den A-Junioren spielte, ehe er in seinem letzten offiziellen A-Jugend-Jahr zur SV Böblingen wechselte. 2003 heuerte er beim VfL Kirchheim an, dem er acht Jahre die Treue halten sollte. Den Aufstieg mit den Teckstädtern in die Oberliga, in der er auch zwei Jahre Teamkapitän war, zählt Eisenhardt als seinen größten sportlichen Erfolg auf. Es folgten drei Spielzeiten beim 1. FC Frickenhausen, ehe er die vergangenen vier Jahre beim TSV Weilheim unter Vertrag stand – eines als Spieler, eines als Co-Trainer und zuletzt zwei als Chefcoach.
Dass sich Christopher Eisenhardt schon mit 31 Jahren für eine Trainerlaufbahn entschlossen hat, lag nicht an einer Verletzung, sondern am persönlichen Weitblick. „Ich habe immer gespielt und trainiert und letztlich den körperlichen Verschleiß gemerkt“, sagt der einstige Abwehrrecke und Fan des früheren Bayern-Profis Willy Sagnol. Er habe seine Leistung nicht mehr so abrufen können, wie er das von sich gewohnt war – auch wenn sein Umfeld das anders gesehen hat. „Ich wollte meinen guten Ruf nicht verlieren“, sagt der Sielminger, der im Beruf als Teiledienstleiter in einem Autohaus in Möhringen arbeitet. Insgesamt hat er 135 Oberliga-, mehr als 200 Verbandsliga- und gut 100-Landesliga-Partien bestritten.
Dass er nun beim TV Echterdingen das Sagen hat, freut nicht nur die dortigen Verantwortlichen, sondern auch seine Frau, mit der er seit 16 Jahren zusammen und seit fünf Jahren verheiratet ist. „Wir genießen alle, dass ich nicht mehr so weit fahren muss“, sagt Christopher Eisenhardt. Um den Kopf freizubekommen, joggt der 34-Jährige gerne oder springt nach wie vor ins Schwimmbecken, um seine Bahnen zu ziehen. „Ich kann es mir aber auch daheim gemütlich machen und DVDs schauen“, sagt er. Bei den Genres gibt es keine Einschränkungen. Ob Dramen, Kriegsfilme oder Walt Disney: „Ich schaue alles gerne“, sagt er.
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