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Mit neuem Wir-Gefühl gegen die Torflaute


Nach der ernüchternden Hinrunde will der Filderclub nun erst einmal Punkte für den Klassenverbleib sammeln. Aus der erhofften Verstärkung fürs zentrale Mittelfeld ist derweil nichts geworden.
Zumindest zwei außergewöhnliche Erkenntnisse hat die Rückrunden-Vorbereitung des TV Echterdingen gebracht. Erstens: der Trainer Mario Estasi kommt
Meksud Colic, Max Knödler, Nils Schaller
Meksud Colic, Max Knödler, Nils Schaller

Meksud Colic, Max Knödler, Nils Schaller
bisweilen aus der Puste – mit 44 Jahren ist man halt auch nicht mehr der Jüngste. Zweitens: derselbe Trainer Mario Estasi versteht es prima, mit dem Tischtennissschläger umzugehen. Als Teambuilding-Maßnahme hatte der Verein seine Kicker zunächst zu einem mal ganz anderen Überraschungstraining nach Zuffenhausen gebeten. Boxhalle statt Fußballplatz. Dort wurden die Beteiligten von einem Meister der Kampfsportarten getrimmt – und Estasi machte als einer der Ersten schlapp, wie er lachend eingesteht. „Da ist es richtig ans Eingemachte gegangen“, sagt der Coach. Umso besser trumpfte er später beim Ping-Pong-Turnier in den heimischen Goldäckern auf. Sieger im Doppel? Richtig, Estasi, und zwar an der Seite seines Spielers Marcello Di Fabio.
Gemeinsam hatten beide Veranstaltungen eines: Der Spaßfaktor war hoch. Und alle waren mit Feuereifer dabei. Genau darin bestand der Plan. „Es war in den vergangenen Wochen wichtig, dass wir als Mannschaft noch enger zusammenwachsen“, sagt Estasi. Und dass im forcierten Wir-Gefühl ein jeder begreift, was die Stunde geschlagen hat – nicht im Seilgeviert oder an der Platte, sondern auf dem Rasen.
Nach ihrer starken vorigen Saison waren die Echterdinger im Sommer mit dem Ziel angetreten, erneut im oberen Tabellendrittel mitzumischen. Ja, der ein oder andere Optimist im Umfeld mag gar leise geträumt haben von einer Rückkehr in die Verbandsliga. Die Realität ist nun eine ganz andere und entsprechend ernüchternde. Platz zwölf, gerade mal noch über dem Strich. Nicht Aufstiegs-, sondern Abstiegskampf. In einer Liga, in der es nicht bloß eine Floskel ist, dass jeder jeden schlagen kann und in deren Begegnungen oft nur Nuancen den Ausschlag geben, erlebten die Gelb-Schwarzen eine unliebsame Umkehr der Ereignisse. Hatten sie im Spieljahr 2016/2017 eine Vielzahl der engen Spiele mit der nötigen Fortune noch gewonnen, zogen sie in jenen zuletzt trotz gar nicht mal allzu abweichender Leistungen hadernd den Kürzeren. Mal ein 0:1, mal ein 1:2. Mal kein Schussglück, mal Verletzungspech. Und ganz oft das Gefühl: möglich gewesen wäre eigentlich mehr, gereicht hat’s dann aber doch wieder nicht.
„Keine Frage, wir sind nicht zufrieden damit, wie wir dastehen“, sagt der Abteilungsleiter Phillip Wunsch, der jedoch nach wie vor die „absolute Überzeugung in die Qualität des Kaders hat“. Der wichtigste Ansatzpunkt für ihn: beheben müsse die Mannschaft ihre Torflaute. In ihren bisherigen 14 Spielen haben es die Gelb-Schwarzen auf gerade mal 16 Treffer gebracht. Umso größer sind die Hoffnungen, dass bei den Herren Meksud Colic, Maximilian Knödler und Nils Schaller nun der berühmte Knoten platzt.
Wobei: die bisherige Malaise allein an den Sturmspitzen festzumachen, hielte Estasi für ungerecht. Das für ihn eigentliche Ärgernis hat er bereits im alten Jahr mit spitzen Zwischentönen thematisiert. Stichwort Trainingsbeteiligung. „Ist die schlecht, kann man halt auch keine Dinge einstudieren. Dann fehlen die Automatismen“, sagt der Trainer. „Ist sie gut, wird man für seine Arbeit irgendwann belohnt.“ Seit Wiederbeginn 2018, so seine erfreuliche Beobachtung, hielten sich die Fehlzeiten wegen privater Verpflichtungen in engen Grenzen. Haben das Grummeln und der erhobene Zeigefinger also eine Schärfung der Sinne bewirkt?
Richten muss es jedenfalls das gehabte Personal. Gern hätten die Echterdinger noch eine Verstärkung fürs zentrale Mittelfeld geholt. Doch entpuppte sich dieses Unterfangen laut Wunsch als „Suche nach der Stecknadel im Heuhaufen“. Auch gab es finanzielle Grenzen der Machbarkeit. Neu dabei ist somit lediglich der Torhüter Honore Fokou Tendemnou, der im Kader den Japan-Rückkehrer Hiroaki Kawama ersetzt. Einreihen wird sich der bisherige Rohrer als zweiter Mann hinter dem Platzhirsch zwischen den Pfosten, dem Routinier Valentin Haug. Auf der mitunter abenteuerlich langen Ausfallliste stehen derweil momentan nur noch zwei Namen: Dennis Garcia-Franco (nach Daumenbruch) und Denis Kühnle (nach Steißbeinprellung) befinden sich im Aufbautraining.
Voraussichtlich allein dieses Duo wird zum Auftakt am Sonntag zuhause gegen den TSV Weilheim fehlen – dann, wenn der Filderclub den Anfang machen will beim Sammeln jener noch nötigen 24 Punkte bis zur magischen 40er-Marke, welche gemeinhin als ungeschriebene Garantie für den Klassenverbleib gilt. „So schnell wie möglich da unten raus: das hat nun Priorität eins“, sagt Wunsch, während Estasi mittlerweile „einen am Ende einstelligen Tabellenplatz als sehr zufriedenstellend“ erachtete.
Die Ansprüche sind notgedrungen gesunken. Nach Boxen und Tischtennis muss die Mannschaft erst einmal wieder beweisen, dass sie auch ihr eigentliches Metier noch beherrscht: Fußball.