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Dank Glück und Haug zum Derbysieg


Der Landesligist TV Echterdingen beendet seinen Negativlauf mit einem 2:0 in Weilimdorf. Im Mittelpunkt stehen die Torhüter – auch der zweite Mann Kawama, der nun lange fehlt.
Aufatmen beim Fußball-Landesligisten TV Echterdingen. Nachdem das Filderteam aus seinen vergangenen vier Begegnungen nur einen Punkt geholt hatte und in die Abstiegszone gerutscht war, ist ihm am gestrigen Sonntagnachmittag ein

Befreiungsschlag geglückt. Im Derby beim TSV Weilimdorf stand am Ende ein verdientes 2:0, wenn auch unter kuriosen Umständen. In der ersten Hälfte erkannte der Schiedsrichter Moritz Kuhn (Pforzheim) den Gastgebern gleich drei Tore ab. Das erste korrekterweise wegen eines zuvor begangenen Foulspiels, die beiden anderen durchaus diskussionswürdig wegen einer angeblichen Abseitsstellung sowie eines vermeintlich erneuten Fouls. Schütze in den beiden letztgenannten Fällen war Carmine Pescione, der aktuell erfolgreichste Torjäger der Staffel.
„Natürlich hat uns in diesen Situationen das Glück gefehlt“, sagte Manfred Porubek, der Sportliche Leiter der Heimmannschaft. Letztlich aber hätten die Seinen schlicht zu wenig getan, um wenigstens einen Teilerfolg in der sehr schwachen Begegnung für sich zu verbuchen. „Unter dem Strich geht der Echterdinger Sieg in Ordnung“, sagte Porubek.
Für die Gäste von den Fildern hatte das Spiel auf dem engen Kunstrasenplatz auch gut begonnen. Schon nach acht Minuten zwang Nils Schaller den Keeper Dominik Ferdek zu einer Glanztat. Fünf Zeigerumdrehungen später war der frühere Calcio- und heutige Weilimdorfer Schlussmann dann das erste Mal machtlos. Nach einer Freistoßflanke von der linken Strafraumgrenze erneut durch Schaller lenkte der aufgerückte Rechtsverteidiger Robin Rueff die Kugel unhaltbar über die Linie – das Echterdinger 1:0. Kurz danach musste sich ihr Gegner abermals bei Ferdek bedanken, der einen direkten Freistoß von Schaller mit einer weiteren Parade entschärfte.
„Wir sind richtig gut in die Partie gekommen“, sagte der Echterdinger Trainer Mario Estasi. Warum die Seinen hernach aber das Spiel aus der Hand gaben, bleibt unverständlich. Erfreulich für sie, dass Valentin Haug den Leistungen seines Gegenübers Ferdek keinen Deut nachstand und seinerseits zweimal hervorragend gegen Mahdenhager Woldezion rettete (21./42.). Dazwischen hatten die Gelb-Schwarzen bereits bei einem Pfostentreffer von Pescione Glück gehabt.
Erst nach der Pause kam Estasis Elf wieder besser in Tritt und hätte durch Maximilian Knödler schnell die Vorentscheidung herbeiführen können. Doch sein Kopfball ging knapp über das Tor – ehe es der 25-Jährige in der 54. Spielminute besser machte. Nach einem Weilimdorfer Ballverlust im Mittelfeld zog er aus 22 Metern erfolgreich ab.
Eine beruhigende Führung? Hätte man meinen können. Doch entschied der Unparteiische Kuhn im direkten Gegenzug nach einem Foul von Philipp Widmayer an Pescione auf Strafstoß. Erneutes Echterdinger Glück in diesem Fall: der Gefoulte, der selbst antrat, setze die Kugel flach am Tor vorbei. Es war dies die letzte Chance der Gastgeber, das Spiel noch einmal spannend zu machen. Zum einen stand der TV Echterdingen in der Folge kompakt, machte die Räume eng und ließ seinen Kontrahenten nicht mehr zum Spielfluss finden. Zum anderen gingen die Gäste bei hohen Bällen zu 90 Prozent als Sieger aus den Zweikämpfen hervor.
Estasi freute sich am Ende freilich nicht nur über die drei Punkte, mit denen sich die Seinen auf den zehnten Platz verbessern, sondern auch, dass jene die Null hielten – ein Verdienst vor allem des erwähnten Valentin Haug. „Er hat sensationell gehalten“, sagte Estasi. Dabei hätte Haug seine Platz diesmal gerne für seinen internen Mitstreiter Hiroaki Kawama geräumt, aus Freundschaft. Weil dem Japaner bei der Verlängerung seines Visums ein Formfehler unterlaufen ist, muss er diese Woche und für drei Monate in seine Heimat zurück. Er steht den Echterdingern also fürs Erste nicht mehr zur Verfügung. „Das ist bitter“, sagte Estasi. „Ich habe selten einen Spieler mit so einer tollen Einstellung erlebt.“
TSV Weilimdorf: Ferdek – Nkansah, Sprenger, Cömert, Nikolic (66. Gavric) – Woldezion (75. Baierle), Simic, Ben-Abdallah, Jung – Villani (70. Genc), Pescione (74. Fara).
TV Echterdingen: Haug – Rueff, Göcer, Stehle, Hertel – Marinovic – Widmayer (68. Kranjc), Lechleitner, Schaller, Colic (75. Korkmaz) – Knödler (85. Spiridopoulos).